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Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
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Filmforum

Dellplatz 16, 47051 Duisburg, ☎ +49 203 2854746
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Beschreibung:Regie: Caroline Link

Darsteller: Riva Krymalowski, Marinus Hohmann, Carla Juri

Die neunjährige Anna stellt altklug fest: Alle berühmten Menschen hatten eine schwere Kindheit. Da hat das Mädchen nun alle Chancen, sich später Rang und Namen zu erwerben. Ihre Kindertage werden keine einfachen. Denn sie wächst in der Zeit auf, ALS HITLER DAS ROSA KANINCHEN STAHL. Das jüdische Mädchen verlässt mit ihrem Bruder Max (Marinus Hohmann), ihrem Vater Arthur (Oliver Masucci) und ihrer Mutter Dorothea (Carla Juri) im Jahr 1933 Berlin. Zurück bleibt auch das rosa Kuscheltier, quasi erste Beute der Nazis. Annas Vater hatte sich offen gegen Hitler gestellt. Im eigenen Land ist für die Familie keine Bleibe mehr. In Zürich finden sie vorübergehend Unterkunft. Anna ist nun „Flüchtling“. Doch die Schweiz wird der Familie nicht zu einem Zuhause. Paris ist die nächste Station. Das Leben dort ist keineswegs einfach, auch wenn die beiden Kinder schnell Französisch lernen und in der Schule gute Noten bekommen. Das Geld wird knapp. Die Nachrichten aus der ehemaligen Heimat Deutschland sind ebenfalls besorgniserregend. Einmal mehr müssen sie sich über einen Umzug Gedanken machen. Vorher aber sollen die beiden Kinder in Südfrankreich unterkommen. Caroline Link (DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT), die Mitte November mit dem Käutner-Preis ausgezeichnet wurde, besitzt eine große Gabe: Sie vermag von der erträglichen Leichtigkeit des Seins zu erzählen. Trotz aller Widernisse des Lebens. Das konnte auch Judith Kerr, die in diesem Mai im Alter von 95 Jahren in London verstorben ist. Die Autorin schrieb den Klassiker vor 50 Jahren für ihren achtjährigen Jungen. Die Oscarpreisträgerin (NIRGENDWO IN AFRIKA) Caroline Link wählt – in vergleichbarer Absicht – die Perspektive der kleinen Anna. Das macht das Drama leichter (nicht seichter). Die junge Berlinerin Riva Krymalowski spielt so, dass man gern durch ihre Augen auf den Ernst der Lage schaut. In diesen Tagen schillert der Stoff anders, als bei der Veröffentlichung des Buches in Deutschland im Jahr 1973. Wenn Anna „Flüchtling“ genannt wird, dann klingt das Wort wieder vertraut, ebenso (leider) wie der damit verbundene Unterton.

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Info über filmforum Duisburg
1959 firmierte die Volkshochschule Duisburg noch unter dem Namen "forum". So lag es nahe, Veranstaltungen zu filmkulturellen Themen unter dem Titel „filmforum“ anzubieten. Die Initialzündung dazu waren die neuen Werke von Ingmar Bergman, die man sich nicht nur anschauen, sondern auch diskutieren wollte. Elf Jahre später, 1970, wählte der SPD-Politiker und spätere Oberbürgermeister Josef Krings eine ungewöhnliche Methode, seine Ratskollegen von der Notwendigkeit institutioneller Filmarbeit zu überzeugen. Krings griff während einer Kulturausschusssitzung zu einer Tageszeitung und las laut vor, was an diesem Tag in Duisburgs Kinos geboten werden sollte. Große Kunst kann es nicht gewesen sein. Denn am Ende des Vortrags stimmten die Ratsmitglieder der Gründung eines Kommunalen Kinos unter dem Dach der Volkshochschule zu. Zum Start am 27. September 1970 brachte „Wenn die Kraniche ziehen“ von Michael Kalatosow zum ersten Mal Licht in die dunkle Duisburger Kinolandschaft. Die Premiere feierte man noch im großen Saal der VHS, bevor man in das „Studio M“ der damaligen Mercatorhalle zog. 1980 fand man dann ein eigenes Heim am Dellplatz. In dem nach dem Krieg wieder aufgebauten Haus mit langer kultureller Geschichte befand sich seit den späten 1940er Jahren ein Kino. Das filmforum richtete sich dort ein, verwöhnte seine Gäste mit dem gemütlichen historischen Ambiente und forderte es mit Filmreihen, Vorträgen und zahlreichen Diskussionen dazu heraus, das Kino als Kunst zu entdecken.

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